Sri Lanka – erste Eindrücke

Wie’s doch so immer ist: bis am Tag von der Abreise realisiert man im besten Fall in ein paar wenigen lichten Momenten, welche grosse Veränderung anstehen und die nächsten Monate prägen werden. Darum waren die Emotionen hoch über den Wolken im Flieger in die Ferne dann auch umso stärker.

Es war aber auch zu schön. Kaum Leute im riesigen Dreamliner, ich hätte mich gut 3-4 Mal quer hinlegen können. Probleme mit der Elektronik gabs diesmal auch keine. Und zudem hat “Dear Reader” mit dem neuen Album “Rivonia” den perfekten Soundtrack zum “ich-bin-dann-mal-weg” Gefühl geliefert. Ganz viele Momente der Rührung garantiert (ok, textlich passts jetzt nicht so, aber das war mir dann recht egal…)

Meine Projektli nehmen auch langsam Form an. Gleich bei der Ankunft in Colombo habe ich mir noch im Duty Free eine Yahama Akustik-Gitarre für 85 Dollar gekauft. Nach dem Bezahlen meinte der Verkäufer noch so beiläufig: “Erzähl den Zollbehörden, dass du die Gitarre aus der Schweiz mitgebracht hast, denn hier dürfen nur Sri Lankis einkaufen”. Ja genau. Macht ja voll Sinn, mit einer nigelnagelneuen Gitarre ohne Schutzhülle nach Sri Lanka zu einzureisen. Lustiger Vogel…

In Colombo hat’s mir ausser in einem Tempel mit mir unbekannten Namen dann nicht wahnsinnig gefallen.

Darum bin ich auch gleich weiter in den bunten Süden nach Galle. Eine ehemalige portugiesisch/holländische Kolonialstadt in einem massiven Fort, angereichert mit ganz viel Farbe, Gerüchen und exotischen Tierlauten. So eine Art Zeitreise ins tropische Mittelalter auf LSD.

Nur einen Katzensprung weiter liegt Unawatuna, eine kleine Ortschaft an einem Bilderbuchstrand, der mit schon seit Tagen die Weiterreise vermasselt. Mit viel Glück habe ich das wohl beste Zimmer von ganz Unawatuna ergattert. Die ersten drei Bilder sind von meiner Terrasse aus aufgenommen, die nächsten zwei gleich vor meiner Hütte (das gelbe Häuschen)…

Ausser meinen Programmier-Gitarrespiel-Meditier-Projekten, Essen und Fruchsäfte schlürfen passiert nicht gerade viel den ganzen Tag lang. Und doch ist hier so einiges ein wenig anders als in der Schweiz:

  • So wurde ein Sarong wurde zu meinem Hauptkleidungsstück
  • Das Tuktuk (erwarteterweise) zum Verkehrsmittel meiner Wahl
  • Segnungen durch buddistische Mönche und Huldigungen von Bäumen sind fast an der Tagesordnung
  • Wilde Affen machen einem den Platz am Jungle Beach streitig
  • Knochige, alte Mannen verdienen sich ihren Lebensunterhalt mit Ayurveda-Massagen am Strand und verstehen ihr Handwerk
  • Die Vorzüge des “Indisch-auf-die-Toilette-gehen” sind mir nun auch klar(er) geworden (mindestens der modernen Art)
  • Mit der Hand essen verleiht dem Essen eine weitere Geschmacksdimension. Bild ich mir zumindest ein.

So long, es bleibt spannend 😉